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2008-09
GESCHLECHTSLEBEN DER MIGRANTEN
von Jaromir Konečny & Andrej Kritenko
Berlin (UA deutsch).
XI. Tschechisch-deutsche Kulturtage in Ústí nad Labem, Dresden und Liberec (zweisprachig)

 

In einer Trash-Komödie treffen sich alltäglich-märchenhafte Gestalten auf dem
Ausländeramt: die Tschechin mit der kaputten Beziehung, der schwarze Professor, der Macho-Türke, der Magier, die Putzfrauen. Das SiDat!-Ensemble garantiert polical incorrectness, Bienen und Hexerei.

tip Stadtmagazin, 29. 06. 2008

 

Die junge Tschechin im strengen Kleid und schwarzen Stiefeln, der sportliche Türke mit den großen Sprüchen, der schwarze Afrikaner, der gern unsichtbar wäre und der komische Kauz Alois, dessen Lieblingsfarbe die Zahl 13 ist:
Mit diesen vieren teilen sich die Zuschauer im Saalbau Neukölln die Plätze im Wartebereich. Die Botschaft: Wir sitzen alle auf einer Bank. Von solchen gut gemeinten Hinweisen ist die Uraufführung des deutsch-tschechischen Theaterstückes „Geschlechtsleben der Migranten“ von Jaromir Konecny und Andrej Kritenko in der Regie von Peter Wittig leider allzu voll.

Tagesspiegel, 20. Juni 2008

 

Eine Komödie, die herrlich bunt und absurd ist, viele Themen lose nebeneinanderstellt, diese assoziativ mit Sätzen des Altmeisters Goethe anreichert und so auf der Bühne eine Atmosphäre schafft, in der es buchstäblich drunter und drüber gehen kann.
Peter Wittig inszeniert das „Geschlechtsleben der Migranten“ als verspieltes Stück, in dem der Wartesaal dazu dient, auf ziemlich überspitzte Art Verhaltensweisen und Gefühle von Menschen zu zeigen, die aus der Bahn geraten sind und sich auf der Suche nach neuen Orientierungen erst einmal verlaufen.

Neues Deutschland, 26. Juni 2008


Thea war echt überwältigend in ihrem Spiel, ich hing ihr die ganze Zeit an den Lippen, und daß sie eine irre Ausstrahlung hat, weiß sie wohl selbst. Aber auch alle anderen Schauspieler waren grandios: Jean-Philippe mit seinem wunderbaren Ganzkörpereinsatz. Joost in seiner genialen Tragikomik. Florian spielte den etwas unbedarften und pseudojugendlichen Türken besser, als ich zu erhoffen gewagt hatte. Heidrun schenkte mir etliche hübsche Momente, sie spielt das ganze Stück sehr überzeugend den Menschen, der in jedem Beamten wohl steckt. Margarete, Anna und Anne als Hexen haben das Stück schön abgerundet und durch ihren gekonnten und dynamischen Einsatz die Bühne herrlich aufgemischt.

Jaromir Konečny, E-Mail, 29. Juni 2008

Konečnys lustige und absurde Histörchen sind in dem Stück verbunden mit eher ernsthaften metaphorischen Pointen. Zur experimentellen Konzeption gehört auch die sprachliche Gestalt des Stücks. Die tschechischen Figuren sprechen tschechisch, die übrigen deutsch. Ein interessanter Einfall, der auch seine symbolische Dimension hat: Sprache als Mittel des Verstehens - oder Nichtverstehens. Die Darbietung der tschechischen Schauspieler neigte zum Theatralischen, womit die realistische Schauspielkunst ihrer deutschen Kollegen kontrastierte.

Ústecky dénik (13. Oktober 2010)


     
   
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